Wohnung in Neuseeland
Erfahrungsbericht – Wohnungssuche
Eine passende WG zu finden ist echt nicht so leicht. Das habe ich in den letzten zwei Wochen festgestellt, in denen ich etwa 200 Wohnungen angeschaut habe. Gut, das war jetzt gelogen. Es waren sechs, und für eine habe ich mich dann letzten Endes auch entschieden. Aber angefühlt hat es sich wie mehr. Ich hätte mir allerdings viel Aufwand sparen können, wenn ich sinnvoller vorgegangen wäre und mir vorher überlegt hätte, was ich mir ungefähr vorstelle und wieviel ich dafür zahlen möchte.
Meine WG-Suche habe ich begonnen mit dem Lesen von Anzeigen in Zeitungen und Aushängen beim Supermarkt und in Backpacker-Hostels. Da findet man am meisten Angebote. Bis ich richtig in Gang gekommen bin hat es allerdings etwas gedauert... Startschwierigkeiten
An den Angeboten lag es ja nicht: Es gab wirklich viele Anzeigen, in denen WGs nach Mitbewohnern suchen. Nach drei Anrufen hatte sich dann für mich auch geklärt, die Abkürzungen bedeuten. Die zu kennen ist auf alle Fälle hilfreich, sonst versteht man nur Bahnhof. Und erstmal zehn Minuten mit den potentiellen Mitbewohnern zu telefonieren, um überhaupt die Anzeige zu verstehen, kommt vom neuseeländischen Handy sehr teuer.
Also:
- Dblrm: double room. Das bedeutet Doppelzimmer.
- p/w heißt per week, also pro Woche. In Neuseeland werden Mietpreise (zumindest für WGs) pro Woche angegeben, nicht pro Monat.
- OSP: Off Street Parking. Das ist wirklich eine gute Sache wenn man in einer größeren Stadt wohnen will, sonst sucht man jeden Tag verzweifelt nach einem Parkplatz.
- Mod cons: Modern Conveniences. Heißt soviel wie moderne Ausstattung. Gemeint sind damit Geschirrspülmaschine oder auch Wireless Internet.
- f/mate: female flatmate. In so einem Fall wird eine weibliche Mitbewohnerin gesucht.
- n/s: non smokers. Nur Nichtraucher haben Chancen auf das Zimmer.
Schon am Telefon Unklarheiten beseitigen! Nach drei angeschauten Wohnungen hatte ich auch herausgefunden, dass es hilft ein paar Dinge schon am Telefon zu klären, dann kann man sich nämlich die Lauferei manchmal sparen. Zum Beispiel ist es gut zu wissen, ob der angegebene Mietpreis Nebenkosten wie Strom oder Gas enthält oder ob man das noch dazu bezahlen muss.
In der zweiten Wohnung, die ich angeschaut hatte, klang das Angebot ganz hervorragend: 110 NZD pro Woche, super Lage, Off-Street-Parking, Barbeque-Gelegenheit. Was nicht drin stand und ich zum Glück vor Ort noch erfahren habe bevor ich da eingezogen bin, war dass zum Mietpreis extra noch die Telefonrechnung, Internet, SKY TV (das neuseeländische Privatfernsehen) und Strom dazukamen.
Insgesamt waren es dann nämlich schon 200 NZD, und das war mir dann doch etwas zu teuer. Auch habe ich nach zwei Anrufen angefangen zu fragen, ob eine Waschmaschine in der Wohnung ist, wie weit der nächste Supermarkt weg ist und so weiter. Insgesamt habe ich feststellen müssen, dass sich die Mietbedingungen sehr unterscheiden und man das auch vorher wissen sollte.
Manche WGs verlangen zum Beispiel eine Kaution zusätzlich zur Miete und haben eine feste Kündigungsfrist von zwei Wochen (das ist allerdings normal). In anderen WGs hätte es nicht mal einen Mietvertrag gegeben. Das hat natürlich den Vorteil, dass man nicht so an Papierkram gebunden ist, andererseits nimmt das auch Sicherheit. Muffelbude oder Krankenhausatmosphäre? Die Wohnungen, die ich dann angeschaut hatte, haben sich hinsichtlich der Hygienestandards ganz schön unterschieden.
Bei einer war auf den ersten Blick erkennbar, dass so gut wie nie geputzt wird... ich bin zwar kein Sauberkeitsfanatiker, aber das war mir dann doch etwas zu eklig (Essenskrümel im Wohnzimmer, muffeliger Geruch, Haare im Bad...). In einer anderen Wohnung war dafür gleich alles so sauber, dass ich Panik bekommen habe, ich müsste jeden Tag putzen. Und das haben mir die Mitbewohner auch so vermittelt („We are crazy clean here“...).
Das war mir dann auch wieder zuviel. Ein ganz wichtiger Punkt für mich waren die Mitbewohner überhaupt: Will ich mit diesen Leuten wirklich länger zusammenleben? Ich will hier in Neuseeland echt gerne eine super Zeit mit netten Leuten haben, daher wollte ich mir die Leute schon genau anschauen. Das war zwar nicht immer möglich, weil manche in der Arbeit oder unterwegs waren. Aber ich finde, man bekommt ein Gefühl dafür, welche Leute in einer Wohnung leben, wenn man sich die Wohnung anschaut.
Ist es versifft und riecht komisch oder ist alles supersauber? Wie wirken die Leute, die man beim Besichtigungstermin kennen lernt? Natürlich kann man nie vorher sagen, wie sich das Zusammenleben entwickelt, aber wer ein bisschen Menschenkenntnis hat kann zumindest grundsätzlich erkennen, ob die Leute zu einem passen.
In meinem Fall habe ich es dann zuletzt noch ganz gut getroffen: Zwei der drei Mitbewohner studieren an meiner Uni und scheinen auch so ganz gut drauf zu sein. Vielleicht war ich ein bisschen pingelig in meiner Auswahl. Einiges hätte bestimmt auch schneller gehen können, es kommt halt darauf an, was man will. Und ich wollte halt die für mich perfekte WG und mich bis zum Semesterbeginn einleben, anstatt nach ein paar Wochen wieder was Neues suchen zu müssen ... aber für die nächste WG-Suche weiß ich schon ein paar Dinge vorher, auf die ich in Zukunft achten werde...

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