Lebenshaltungskosten in Neuseeland
Lebenshaltungskosten für Studenten in Neuseeland
Studieren im Ausland – das klingt nach Anstrengung und Abenteuer zugleich. Auf der einen Seite steht die Herausforderung, die man mit der Sprache und vielleicht anderen Studienanforderungen bewältigen muss. Auf der anderen Seite lernt man so Land und Leute kennen und kann über den normalen Tellerrand des Touristen hinausschauen. Sicher spielt ein Auslandsstudium bei der späteren Jobsuche keine unerhebliche Rolle. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob dies das Richtige ist. Bei der Entscheidungsfindung spielen eine Vielzahl von Dingen eine Rolle. Welche Studiengänge gibt es, sind die Abschlüsse anerkannt, wie sind die Studienbedingungen, werden Unterkünfte bereit gestellt etc. Am Ende steht die wesentliche Frage, ob man das alles überhaupt finanzieren kann, denn auch der tollste Studiengang nützt nichts, wenn keine finanziellen Mittel vorhanden sind. Die Lebenshaltungskosten, wie Miete, Nahrungsmittel etc., unterscheiden sich von Land zu Land. Neben der ganzen Bürokratie (beispielsweise die Viasbeantragung), die es zu erledigen gilt, empfiehlt es sich auch eine Grobkalkulation zu machen, wie viel Geld man monatlich im Durchschnitt zur Verfügung hat und vor allem, wie viel man davon benötigt! Letztendlich spielen der eigene Lebensstandard, den man gewöhnt ist und damit auch das persönliche Konsumverhalten bei der Höhe der eigenen Lebenserhaltungskosten eine bedeutende Rolle.
Wohnen in Neuseeland
Will man in Neuseeland studieren, muss man neben bei Beantragung des Student Visa auch einen Unterkunftsnachweis besitzen, der zumindest das Vorhandensein eines Übergangswohnsitzes beinhaltet. Hat man die Möglichkeit für den Anfang bei Freunden oder Bekannten unterzukommen, sollte man sich dies auch bestätigen lassen. Einmal angekommen kann man mit Hilfe des Accomodation Service der unterschiedlichen Universitäten eine für sich passende Unterkunft finden. Diese reichen von Wohngemeinschaften (Flattinmg), Universitätsapartements, abhängig von den Kapazitäten der jeweiligen Hochschule, der eigenen Wohnung oder Wohnheimen, die ebenso Verpflegung anbieten (Residential Halls).
Im Allgemeinen ist das Wohnen in Neuseeland im Vergleich mit anderen Ländern wie Großbritannien oder Frankreich, preiswerter, wobei man auch hier auf sehr starke regionale Unterschiede trifft.
Auckland als Neuseelands größte Stadt mit 1,2 Millionen Einwohner ist ohne Frage die Stadt, mit den höchsten Mietkosten des Landes. Wohnen ist hier fast so teuer wie in den großen Metropolen Europas. Die Preise variieren natürlich je nach Größe des Appartements, Wohngegend, Ausstattung und ob ein Carpark vorhanden ist. Man muss dabei beachten, dass man relativ einfach an unmöbilierte Wohnungen kommt, auch in der Innenstadt, wenn man bereit ist den höheren Preis zu zahlen. Möbilierte Wohnungen sind relativ rar und der Preis auch entsprechend höher – rund ein Drittel. Die Ursache ist wohl darin zu finden, dass Mobiliar in Neuseeland fast überall sehr teuer ist.
So kostet eine 3-4 Zimmerwohnung (unmöbiliert) in Auckland rund 1000 – 1300 NZ$ pro Monat, wenn es nicht gerade in zentraler Lage ist. Man kann sich die Kosten gut teilen, wenn man sich in Wohngemeinschaften zusammenfindet. In Wellington im Süden der Nordinsel liegen die Mietkosten rund 20% unter denen von Auckland, in Christchurch rund 30-40% weniger. Auf dem Land oder in Kleinstädten kann man noch weniger ansetzen, was jedoch für Studenten meist nicht relevant ist.
Auf Wohnungssuche kann man aber auch erst gehen, wenn man bereits in Neuseeland ist, sodass man zunächst eine sogenannte Temporary Accomodation Option der jeweiligen Uni in Anspruch nehmen kann, bis man eine eigene Wohnung gefunden hat. Dabei können Makler, der Accomodation Service der Hochschule, Aushänge am schwarzen Brett von Universitäten oder auch Internetcafés eine Hilfe sein. So hat man zu Beginn vielleicht noch die Möglichkeit, andere Studenten kennen zu lernen und sich vielleicht vor Ort in Wohngemeinschaften zusammen zu finden.
Auf alle Fälle sollte man sich in Deutschland schon über Angebote und genaue Preise informieren.
Die alltäglichen Dinge – Lebensmittel
Einkaufen in Neuseeland. Manchmal ist man auf der Suche nach den Dingen, die man von zu Hause gewöhnt ist, jedoch hier nicht mehr in jedem Laden um die Ecke findet. Dazu gehört definitiv Vollkornbrot! Ansonsten findet man aber alles, was man im alltäglichen Leben so benötigt – vom Streichholz bis zu Katzenfutter kann man alles in einem Supermarkt finden. Es sein denn, man ist auf der Suche nach hochprozentigem muss man in einen Liquor Store gehen.
Charakteristisch für den neuseeländischen Lebensmittelmarkt ist, dass es mit dem neuseeländischen Foodstuff (beispielsweise Pak’n Save, Four Square) und dem australischen Unternehmen Progressive Enterprises (Countdown, Foodtown, Woolworth) zwei Hauptlebensmittelversorger gibt. Alle genannten Supermärkte haben lokale Besitzer, sodass nur der Markenname genutzt wird und sie auch ihre Produkte von dem Namensgeber beziehen müssen. Dieses Franchisesystem hat sich in Neuseeland im Bereich der Supermärkte durchgesetzt. Die Größe der Märkte unterscheidet sich erheblich. Den kleinen Four Squares stehen große Supermärkte wie Countdown oder Pak’n Save gegenüber. Beide Märkte können die gleichen Artikel anbieten, jedoch sehr unterschiedliche Preise verlangen. In der Regel kann man sagen, dass die kleineren Supermärkte teurer sind, was man als Student mit dem oft nicht großen Portemonnaie berücksichtigen sollte.
Geht man in Neuseeland einkaufen, kann man wie auch in Deutschland von Rabattkarten profitieren. Mit der sogenannte „OneCard“ erhält man auf ausgewählte Produkte günstigere Preise, was direkt ausgewiesen ist. Diese Karte kann man sich kostenlos besorgen, indem man im Supermarkt oder auf der Internetseite ein entsprechendes Formular ausfüllt.
Bei Pak’n Save kann man besonders Lebensmittel des täglichen Bedarfs wie Zucker, Mehl, unterschiedliche Konserven oder auch Brot vergleichsweise sehr günstig einkaufen, wenn man die kühle Lagerhausatmosphäre nicht scheut. Wenn man die 10 Cent für eine Plastiktüte sparen will, Rucksack oder Beutel zu Hause nicht vergessen, denn Pak’n Save ist der einzige Supermarkt, wo man sie nicht kostenlos bekommt. Für frische Lebensmittel geht man am besten zur Konkurrenz bei Foodtown oder auch Woolworth, denn sie haben sich mittlerweile einen ziemlich guten Ruf erarbeitet, was Fleisch und Gemüse angeht. Es gibt eine größere Auswahl, im Gegenzug aber ein wenig höhere Preise.
Vergleicht man Lebensmittelpreise in Deutschland und Neuseeland, so verhält sich dies ähnlich. Molkereiprodukte sind in Neuseeland teurer, da hier keine Subventionierung der Landwirtschaft durch den Staat erfolgt. Wer also weiß, dass er ein leidenschaftlicher Käseesser und Milchtrinker ist, muss für Lebensmittel ein wenig mehr einplanen als in DeutschlandJ.
Mobil in Neuseeland – der Autokauf
Wie überall auf der Welt, so richten sich auch in Neuseeland die Fahrzeugpreise nach dem Zustand des Autos, Alter, Fahrzeugtyp oder bisherige Laufleistung. Im Sommer steigt der Bedarf nach Autos, was sicher auch mit der zunehmenden zahl von Touristen im Land zu tun hat, wo hingegen im Winter die Fahrzeugpreise wieder sinken. Will man dies ausnutzen, so kauft man sich das Auto am besten im Winter und verkauft es dann im Sommer weiter. Am häufigsten trifft man auf japanische Automarken. Preise sind wie überall verhandelbar und ein Blick auf trade.me kann sich lohnen, wenn man auf der Suche nach einem günstigen Gebrauchtwagen ist. Darüber hinaus gibt es beispielsweise in Auckland regelmäßig Fahrzeugmärkte, wo man sich vor Ort umschauen und notfalls noch verhandeln kann.
Wer ein Auto hat, muss sich nicht zwangsläufig versichern. Dazu besteht in Neuseeland nämlich keine Pflicht! Empfehlenswert ist jedoch zumindest die sogenannte third party insurance, was mit der Haftpflichtversicherung vergleichbar ist, die wir in Deutschland haben. Die Höhe hängt beispielsweise von dem Alter des Fahrers, dem Fahrzeugwert oder auch die unfallfreien gefahrenen Jahre der Fahrer ab und natürlich, wo man die Versicherung abschließt. Ist man beispielsweise kurzfristig als Student oder backpacker unterwegs, kann man auf der Seite der BBH zu einem günstigeren Angebot kommen. Die Höhe der Versicherungssumme ist im stareken Maße auch von dem Alter des jüngsten Fahrers abhängig (Altersstufen: 18-21; 22-24; 25+). Dies ist beispielsweise zu beachten, wenn man sich einen Wagen mit mehreren Leuten teilt. Die theft and fire insurance, die Versicherung gegen Diebstahl und Feuer, kann man über die third party insurance hinaus abschließen. In diesem Fall sind wirklich nur Schäden am Fahrzeug abgedeckt, nicht aber gestohlene oder verbrannte Wertgegenstände!
Personenschäden sind in der bereits in der Registratur abgedeckt, jedoch kann man sich darüber hinaus noch weiterversichern, was dann der Teilkasko- oder sogar Vollkaskoversicherung in Deutschland entspricht.
Nicht zu vergessen…
Auch hier verhält es sich wie in Europa, wenn man auf der Suche nach der passenden Kleidung ist. Es gibt das ähnliche System des Schlussverkaufes und häufig auch Angebote wie „3 Teile für 30 Dollar“. Im Großen und Ganzen kann man die Preise aber mit denen in Europa vergleichen. Logischerweise hat man in der Großstadt eine größere Auswahl als auf dem Land.
Man wünscht es sich nicht, aber jeder kann einmal krank werden. Für den Arztbesuch muss eine Gebühr von ungefähr 50 Dollar (kann je nach Fachgebiet variieren) gezahlt werden, bevor überhaupt eine Diagnose gestellt wird. Mit einer Auslandskrankenversicherung, die jeder Student vorher anschließen sollte, erhält man die Kosten für die Behandlung zurück abzüglich der Selbstbeteiligung, die man bei seiner Krankenkasse erfahren kann. Zunächst muss man jedoch in Vorkasse gehen und alle Belege später einreichen. Also alles gut aufheben!

Neuseeland
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