Auto in Neuseeland
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Auto in Neuseeland

Autofahren in Neuseeland

Dass in Neuseeland Linksverkehr herrscht, ist wohl bekannt. Das ist in den meisten Teilen des Landes auch kein Problem für europäische Autofahrer, da die Überlandstraßen zweispurig sind und man sich kaum vertun kann. Man kann stundenlang durch traumhaft schöne Landschaften fahren, die das Autofahren im Land zum Erlebnis werden lassen. Die bei den Straßenplanern offensichtlich sehr beliebten „One Lane Bridges“, einspurige Brücken von sehr unterschiedlicher Länge, haben jeweils Schilder, auf denen ersichtlich ist, wer Vorfahrt hat.

Interessanter wird es, wenn man an einen „Roundabout“ gerät, einen Kreisverkehr. Das ist besonders lustig in den größeren Städten, wenn dann nämlich noch mehr Autos in den Kreisverkehr einfahren wollen und man nicht die ganze Straße für sich hat.

Mein Tipp zum Autofahren in Neuseeland: Ruhe bewahren. Die Regeln sind erlernbar, und wenn man sie mal raushat auch gar nicht mehr so schwer.

  1. In Neuseeland fährt man auf der linken Straßenseite.
  2. Trotzdem gilt die Vorfahrtsregel Rechts vor Links.
  3. Wenn man selbst nach links in eine Straße einbiegen will und es kommt ein Auto entgegen, das in dieselbe Straße abbiegen möchte, muss man warten. Das entgegenkommende Auto hat Vorfahrt, auch wenn es die eigene Fahrbahn dabei kreuzt.


Im Kreisverkehr ist die Lage ähnlich: Wer bereits im Kreisverkehr drin ist und von rechts kommt, hat immer Vorfahrt. Möchte man in den Kreisverkehr einfahren, muss man warten, bis alle von rechts kommenden Autos vorbeigefahren sind. Ist man mal drin, wird rechts geblinkt, solange man weiterfährt. Möchte man den Kreisverkehr verlassen, blinkt man links, bevor man in die jeweilige Ausfahrt abbiegt.

Geschwindigkeiten gibt es hauptsächlich zwei verschiedene: 50 km/h in den Städten, 100 km/h auf Landstraßen (Highways). Da die Straßen in Neuseeland vor allem auf der Südinsel durch bergiges Gebiet führen und sehr, sehr, sehr viele Kurven haben, sind meist kurz vor den Kurven die empfohlenen Geschwindikeiten angegeben, mit denen man sicher durch die Kurve kommt. So kann es sein, dass trotz einer erlaubten Geschwindigkeit von 100 km/h auf der Landstraße für die Kurve 65 km/h empfohlen wird. Man sollte sich unbedingt an diese Vorgaben halten und die Kurven nicht unterschätzen, vor allem nicht bei Regen oder im Winter.

Wer ein eigenes Auto besitzt, sollte sicherstellen, dass auf der Winschutzscheibe zwei Plaketten gut sichtbar befestigt sind: Der gültige WOF (Warrant of Fitness, der neuseeländische TÜV) und die gültige Registrierung. Ist eins von beiden abgelaufen, kann das zu saftigen Strafen führen.

Überhaupt sind neuseeländische Polizisten meistens knallhart, jedenfall in meinem Fall. Häufig sehr gutaussehend und überaus freundlich, verpassen diese hübschen Officers ohne mit der Wimper zu zucken Strafzettel in empfindlicher Höhe. Besonderen Augenmerk legt die neuseeländische Polizei auf „drink driving“ (Autofahren unter Alkoholeinfluss). Ich selbst musste unter anderem blechen für versehentlich Vorfahrt missachtet, und zwar 150 Dollar. Das tut weh, also mein Tipp: Informiert euch gut über die Verkehrsregeln, bevor Ihr losfahrt. Für 150 Dollar kann man nämlich auch einen Bungeejump machen, und das gibt wesentlich schönere Erinnerungen.

In eine gute Autoversicherung zu investieren ist dagegen wirklich sinnvoll: eine Third-Party-Insurance (Versicherung, die bei einem Unfall die Kosten der gegnerischen Partei abdeckt), sollte es mindestens sein. Ich persönlich habe mich für eine „comprehensive insurance“ entschieden, also eine, die auch die Schäden an meinem Auto zahlt. Das hat sich schon gelohnt, als mir in eindeutig suizidaler Absicht ein fetter Vogel auf die Windschutzscheibe gekracht ist und diese zerbrochen hat. Das hätte auch 150 Dollar gekostet, aber zum Glück musste ich in diesem Fall keinen Cent dazuzahlen.